Endlich komme ich mal wieder zum Schreiben. Ja ja, ich weiß, die Zeit hätte man sich nehmen müssen/können... Nun gut. Zwei Wochen sind um und es ist viel passiert, zumindest gefühlsmäßig. Rückblickend sind die beiden Wochen vor allem geprägt durch ein Auf und Ab der Gefühle unterschiedlichster Art: Schock, Freude, Mutlosigkeit, Angst, Spannung, freudige Erwartung, Überraschungen im zwischenmenschlichen Bereich. Die ersten Kollegen bei mir versuchen sich an der Ellbogen-Taktik und versuchen im kleinen Rahmen, sich vor andere zu drängen und fremde Lorbeeren einzuheimsen. Ich bin sehr gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Zumal wir alle Anfänger sind und nach wie vor auf Null stehen, finde ich es sehr unangebracht!! Sollte das bei mir jemand versuchen, wird er/sie sicher Ärger kriegen!!
Die Gerüchte über meine vermeintlich "schlechte" (streng geleitete) Seminarschule haben mich in so manch kleinere Krise getrieben und schon vor Beginn die Angst vor dem Bevorstehenden geschürt. Ich muss versuchen, meine eigenen Erfahrungen zu machen und darf mich davon nicht verrückt machen. Es entspricht ja leider meinem Naturell, mich von Zeit zu Zeit selbst (bis jetzt meist unnötig) in Panik zu versetzen. Vielleicht sind diese beiden Jahre wieder eine gute Gelegenheit, mich durch zu beißen und jedem Tag nach Möglichkeit eine neue Chance zu geben. Ich werde es versuchen!! Das Gefühl der Unsicherheit wird sicherlich noch anhalten bzw. immer mal wieder zurück kehren, aber das ist vielleicht wirklich normal. Der Wind weht rauher als im Studium, die Anforderungen sind größer, die Beobachtung massiver, aber wir wollen ja wachsen. Und deshalb: Augen und Ohren zu und durchstarten!! Carpe diem!!!!
Referent S.
Sonntag, 28. September 2008
Montag, 22. September 2008
Ein normaler Alltag ist noch nicht in Sicht. Heute hatten wir die ersten Unterrichtshospitationen und Psycho-Seminar. Die Hospitationen waren lustig bis langweilig und Psycho gefällt mir sehr gut. Wobei die Mitreferents das höchst befremdlich finden (zumindest die jüngeren) weil wir Entspannungsübungen, Meditationen, Rollenspiele und Phantasiereisen in die eigene Schulvergangenheit machen. Außerdem wird viel über Ängste, Stärken und Schwächen geredet, womit die genannten Personen wohl noch größere Schwierigkeiten haben als ich. Insgesamt sind alle sehr nett und ein paar lustige Leute sind auch dabei. Diejenigen, die anfangs am meisten aufgedreht haben werden immer ruhiger und umgekehrt. Langsam verkehren sich also die Rollen und meine anfängliche Nervosität wird auch immer weniger. Morgen ist Wandertag, bei vorausgesagtem strömenden Regen.... Was für ein Spaß!
Referent C.
Referent C.
Donnerstag, 18. September 2008
Fast am Ende...
der ersten Woche angelangt und die Stimmung ist unsicher. Die Mit-Referents sind wirklich alle sehr nett und aufgeschlossen. Doch ich bin irgendwie nervös und frage mich ob oder wann das endlich nachlässt, ob ich vor den Schülern auch so nervös sein werde, ob mir dann die Hände und Stimme zittern und ich Schnappatmung bekomme? Ich würde mich jetzt erst gerne ein paar Wochen eingewöhnen, ein paar nette Psychostunden haben, denn die Psycholehrerin ist ausgesprochen nett und wohlwollend, eher Therapeutin oder Coach als strenge Lehrerin. Jedenfalls habe ich Angst vor den ersten Stunden. Aber auch das ist wahrscheinlich ganz normal, muss es sein wenn man sich den Büchermarkt zu dem Thema ansieht. Was mich jetzt schon stört ist die Arschkriecherei von manchen Typen bei den Seminarlehrern. Ausgerechnet von den coolen Typen- interessant.
Das wars vom vorletzten Tag der ersten Woche.
Referent C.
Das wars vom vorletzten Tag der ersten Woche.
Referent C.
Dienstag, 16. September 2008
Liebste Referent S.,
welch wahres Wort aus Deinem Finger! Wir haben uns viel vorgenommen, viel geschafft bisher und vor allem viel vor uns.... Was ich heute wieder mal an mir gemerkt habe: ich sitze da so und beobachte alle Anderen im Raum und denke vor mich hin: hm, verstehen die sich alle besser untereinander, als ich mit denen? Werde ich allein bleiben in dem Jahr? Wie wirke ich? denken "Die" ich bin irgendwie anders als "Sie"? Und dann, bei der Vorstellrunde, (die übrigens drei Mal heute stattgefunden hat), habe ich immer nicht das gesagt was ich wollte. Also ich wollte, ein vollkommen cooles Bild vermitteln. Und habe gesagt: also ich bin die C. und bin alleinerziehende Mutter...... der Rest war egal, denn ab da hat mir keiner mehr zugehört und ich hatte Schnappatmung und Herzinsufizienz. Hm. Also: Versuch Nummer zwei: alle stellen sich vor, ich bin als Letzte an der Reihe, übrigens wie in der Grundschule, da war ich auch immer an 24. ster Stelle wegen der alphabethischen Auflistung.... also, wieder an letzter Stelle und bis dahin hatte ich alle anderen schon aufmerksam beobachtet und verglichen und dann komm ich an die Reihe: Ich bin die Claudia und bin alleinerziehende Mutter... Autsch! Nummer drei lief genauso ab. Aber, offensichtlich nicht ganz so tragisch (in der Wahrnehmung der Anderen) wie ich dachte! Alle haben mich beim späteren Zusammensitzen ganz normal behandelt. Deshalb auch mein Fazit: die Probleme sind nicht so groß wie ich befürchtet habe, vielmehr spielen sie sich nur in meinem Kopf ab. Deshalb: ein positiver Tag, da ich wieder einmal etwas über mich erfahren habe.
Referent C. mit den liebsten Gefühlen an Referent S.
welch wahres Wort aus Deinem Finger! Wir haben uns viel vorgenommen, viel geschafft bisher und vor allem viel vor uns.... Was ich heute wieder mal an mir gemerkt habe: ich sitze da so und beobachte alle Anderen im Raum und denke vor mich hin: hm, verstehen die sich alle besser untereinander, als ich mit denen? Werde ich allein bleiben in dem Jahr? Wie wirke ich? denken "Die" ich bin irgendwie anders als "Sie"? Und dann, bei der Vorstellrunde, (die übrigens drei Mal heute stattgefunden hat), habe ich immer nicht das gesagt was ich wollte. Also ich wollte, ein vollkommen cooles Bild vermitteln. Und habe gesagt: also ich bin die C. und bin alleinerziehende Mutter...... der Rest war egal, denn ab da hat mir keiner mehr zugehört und ich hatte Schnappatmung und Herzinsufizienz. Hm. Also: Versuch Nummer zwei: alle stellen sich vor, ich bin als Letzte an der Reihe, übrigens wie in der Grundschule, da war ich auch immer an 24. ster Stelle wegen der alphabethischen Auflistung.... also, wieder an letzter Stelle und bis dahin hatte ich alle anderen schon aufmerksam beobachtet und verglichen und dann komm ich an die Reihe: Ich bin die Claudia und bin alleinerziehende Mutter... Autsch! Nummer drei lief genauso ab. Aber, offensichtlich nicht ganz so tragisch (in der Wahrnehmung der Anderen) wie ich dachte! Alle haben mich beim späteren Zusammensitzen ganz normal behandelt. Deshalb auch mein Fazit: die Probleme sind nicht so groß wie ich befürchtet habe, vielmehr spielen sie sich nur in meinem Kopf ab. Deshalb: ein positiver Tag, da ich wieder einmal etwas über mich erfahren habe.
Referent C. mit den liebsten Gefühlen an Referent S.
Tag Nummer eins
Was für ein wundervolles Gedicht! Und, liebe C.: es passt doch wirklich perfekt, besonders auf mich!! Veränderungen liegen mir nicht wirklich und es kostet mich stets Überwindung. Der erste Tag im Einsatz als referent lässt auf Gutes schließen, der Eindruck ist positiv. Besonders meine Angst vor ekelhaften, streberhaften und langweiligen Mit-referents scheint umsonst gewesen zu sein. Man kann sicherlich noch keine endgültigen Schlüsse ziehen und so mancher Unsympath wird sich in den Reihen befinden, aber ganz sicher nicht nur.
Fraglich bleibt nun, inwieweit der "mittelmäßige" Ruf meiner Seminarschule zutrifft. Aber wie haben wir uns doch fest vorgenommen: BLOß nicht alles glauben und selber versuchen!! Bis jetzt haben wir alles überstanden und gar nicht mal schlecht. In diesem Sinne: rein ins Getümmel und die Stufen erklimmen! Ole ole!!!
Fraglich bleibt nun, inwieweit der "mittelmäßige" Ruf meiner Seminarschule zutrifft. Aber wie haben wir uns doch fest vorgenommen: BLOß nicht alles glauben und selber versuchen!! Bis jetzt haben wir alles überstanden und gar nicht mal schlecht. In diesem Sinne: rein ins Getümmel und die Stufen erklimmen! Ole ole!!!
Montag, 15. September 2008
Stufen
Referent T. is calling Referent S. urgently:
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
In diesem Sinne, liebste Referent S., wünsche ich Dir einen guten Anfang mit viel Zauber!
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
In diesem Sinne, liebste Referent S., wünsche ich Dir einen guten Anfang mit viel Zauber!
Der Tag davor
So, morgen gehts los. Und das Komische ist, ich habe keine Lust! Das Gefühl ist undefinierbar, merkwürdig. Es ist noch nicht wirklich bei mir angekommen, dass etwas ganz Neues beginnt. Wir werden sehen! Carpe diem! Referent S.
Über UNS
Zum allgemeinen Verständnis dieses Blogs: ab übermorgen beginnen wir (C+S) nach einem überdurchschnittlich langen Studium unseren neuen Lebensabschnitt als Referendarinnen (so called referents). Als referents fühlen wir uns verpflichtet und zudem äußerst befähigt, der Welt, allen anderen und in erster Linie uns selbst Frust und Freude mitzuteilen. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt auf Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatikalität gelegt werden... :-) Nein, nicht wirklich. Vielmehr liegt uns an der Auseinandersetzung mit der Zeit, den Menschen und Aufgaben, denen wir uns jetzt stellen werden. Nicht zu kurz kommen sollte dabei der Dialog und die aufrichtige Diskussion, weshalb jede Meinung und jeder Kommentar von allen Leserinnen und Lesern sehr erwünscht sind. Denn vergesst nicht: nun beginnt für uns, zwei Mädels in fortgeschrittenem Alter, der Ernst des Lebens. Hilfestellung erwünscht! Viel Spaß uns allen und herzlich willkommen!!!
P.S: Schon das gemeinsame Verfassen dieses Posts hat uns die halbe Nacht gekostet. Aus ökonomischen Gründen wird deshalb in Zukunft jede für sich schreiben. Das Bild der nächsten zwei Jahre wird somit sicherlich auch facettenreicher sein.
P.S: Schon das gemeinsame Verfassen dieses Posts hat uns die halbe Nacht gekostet. Aus ökonomischen Gründen wird deshalb in Zukunft jede für sich schreiben. Das Bild der nächsten zwei Jahre wird somit sicherlich auch facettenreicher sein.
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